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Handreichung zum Schutzkonzept erschienen

Die Prävention zur Vermeidung von sexualisierter und nichtsexualisierter Gewalt hat in der Kinder- und Jugendhilfe eine große Bedeutung. Sie ist Auftrag und Verpflichtung zugleich. Der VPK sieht sich als Dachverband von privaten Trägern der freien Kinder-, Jugend- und Sozialhilfe hier besonder sin der Verantwortung und schreibt dem Schutz junger Menschen in den Hilfesystemen eine hohe Priorität zu. Vor diesem Hintergrund hat der VPK auf Bundesebene im Januar 2016 mit dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Missbrauchs (UBSKM) eine Vereinbarung geschlossen. Darin verpflichtet sich der VPK, seine Mitgliedseinrichtungen darin zu unterstützen, Schutzkonzepte zu erarbeiten. Diese Schutzkonzepte sollen einrichtungsindividuell und passgenau entwickelt und als Richtlinie für das fachliche Handeln bis Ende 2018 umgesetzt werden.

Der VPK hatte zur Entwicklung einer Handreichung eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Die nunmehr fertiggestellte Broschüre soll Kolleg*innen in den Mitgliedseinrichtungen des VPK und darüber hinaus bei der einrichtungsinternen Erarbeitung von Schutzkonzepten unterstützen und motivieren. Es werden darin konkrete Aspekte beschrieben und hinsichtlich der Umsetzung differenziert dargestellt. Die Autor*innen der Handreichung haben sich hierbei u.a. am "Abschlussbericht Runder Tisch Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich" orientiert. Außerdem wurden zentrale Aspekte aus den Handlungsleitlinien zur Prävention und Intervention integriert, die durch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter beschlossen wurden.

Die Erstellung eines Schutzkonzeptes ist als dynamischer und kontinuierlicher Prozess zu verstehen. Ein einmal erreichter Standard ist qualitativ in dem Maße zu halten, in dem das Konzept weiterentwickelt, fortgeschrieben und an Veränderungen angepasst wird.

Bei aller Notwendigkeit, durch systematische Verfahren Risikobereiche in den Einrichtungen zu identifizieren und Risiken zu vermeiden bzw. zu minimieren - und das ist das Ziel dieser Handreichung - bleibt der Förderauftrag zur Entwicklung junger Menschen mit Hilfebedarf im zentralen Fokus. Das Selbstverständnis der im VPK organisierten Träger basiert auf einer bestmöglichen Hilfeleistung für junge Menschen und nicht auf dem möglichen Risiko durch junge Menschen oder Mitarbeiter*innen einer Einrichtung. Dieses Selbstverständnis beinhaltet ausdrücklich das Interesse an einer vertrauensvollen, kollegialen Zusammenarbeit in den Einrichtungen und impliziert einen professionell reflektierten und von Wertschätzung, Wohlwollen und Respekt geprägten Umgang mit den anvertrauten jungen Menschen hinsichtlich Nähe und Distanz.

Schutzkonzepte führen in der einrichtungsinternen Kommunikationsstruktur zu mehr Transparenz und zur Erhöhung der professionellen Sensibilität für grenzverletzende Situationen. Sie fördern eine grenzachtende Kultur und dienen daher auch dem Schutz der Mitarbeiter*innen. Schutzkonzepte kommen dem Bedarf der Mitarbeiter*innen nach Orientierung und Sicherheit entgegen; sie sind dadurch weniger dem Risiko ausgesetzt, durch grenzverletzendes Verhalten anderer in Mitleidenschaft gezogen oder mit Falschbeschuldigungen konfrontiert zu werden.

Den VPK hat besonders gefreut, dass der Unabhängige Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Herr Johannes-Wilhelm Rörig, ein Grußwort für die Handreichung beigesteuert hat und darin u.a. deutlich macht, dass "diese Handreichung ein starker Ausdruck dafür [ist], wie verantwortungsvoll sich der VPK dem Kinderschutz stellt und wie engagiert er seine Mitglieder auf dem Weg zu Schutzkonzepten in den Einrichtungen vor Ort unterstützt und motiviert".

Die Sicherstellung des Kinderschutzes sowie die Unterstützung der Einrichtungen bei der Umsetzung von Schutzkonzepten - das ist das Ziel des VPK mit dieser Handreichung.

Die Broschüre wird an Mitglieder des VPK kostenfrei ausgegeben. Nichtmitglieder können sie ab sofort gegen Erstattung der Portokosten über die Bundesgeschäftsstelle des VPK (info@vpk.de) erwerben.

Werner Schipmann